Mittwoch, 13. März 2024

12:00 - Sankt Gertrauden-Kapelle - Sehen

 13.03.2024 - die orange Woche


Sehen

Nehmen wir uns wahr. Wie sitze ich hier?
Ich spüre bewusst das Gewicht meines Körpers und nehme wahr,
mit welchen Körperteilen ich die Bank (den Stuhl) und den Boden berühre.
Ich richte meinen Rücken auf.
Dazu stelle ich mir vor, dass ich über meine Wirbelsäule
von einem Faden nach oben gezogen werde.

Ich konzentriere mich auf meinen Atem,
um ganz in die Gegenwart zu kommen.
Spüre ich, wie der Atem die Nase kühlt;
und wie es wieder warm wird beim Ausatmen?
Spüre ich ihn in der Stirnhöhle, im Hals und
wie er meine Lungenflügel füllt?
Spüre ich, wie sich meine Bauchdecke hebt und senkt?

Was ich heute Vormittag tat, kann jetzt ruhen.
Was ich nachher tun muss, kann warten.
Wie nehme ich mich wahr?
Heute geht es um unseren Sehsinn.

Mittwoch, 6. März 2024

12:00 – Sankt Gertrauden-Kapelle – Fühlen

die rosa Woche

Nehmen wir uns wahr. Wie sitze ich hier da?
Nehme ich meine Sitzhöcker meines Beckens wahr, auf denen ich sitze?
Ich richte meinen Rücken auf. Dazu
stelle ich mir vor, dass ich über meine Wirbelsäule
von einem Faden nach oben gezogen werde.

Ich konzentriere mich auf meinen Atem,
um ganz in die Gegenwart zu kommen.
Spüre ich wie der Atem die Nase kühlt
und wie es wieder warm wird beim Ausatmen?
Spüre ich ihn in der Stirnhöhle, im Hals und
wie er meine Lungenflügel füllt?
Spüre ich vielleicht sogar meine Flanken?

Was ich heute Vormittag tat, kann jetzt ruhen.
Was ich nachher tun muss, kann warten.
Wie nehme ich mich wahr?
Heute geht es um unseren Tastsinn.

Mittwoch, 28. Februar 2024

12:00 - Sankt Gertrauden-Kapelle - Riechen

die lila Woche


Nehmen wir uns wahr.
Wie sitze ich hier da?
Nehme ich meine Sitzhöcker meines Beckens wahr,
     auf denen ich sitze?
Ich richte meinen Rücken auf. Dazu
stelle ich mir vor, dass ich über meine Wirbelsäule
von einem Faden nach oben gezogen werde.

Ich konzentriere mich auf meinen Atem,
um ganz in die Gegenwart zu kommen.
Spüre ich wie der Atem die Nase kühlt;
und wie es wieder warm wird beim Ausatmen?
Spüre ich ihn in der Stirnhöhle, im Hals und
wie er meine Lungenflügel füllt?
Spüre ich vielleicht sogar meine Flanken?

Mittwoch, 21. Februar 2024

Mittwoch - 12:00 - Schmecken

die gelbe Woche

Schmecken

Nehmen wir uns wahr. Wie sitze ich hier?
Nehme ich meine Sitzhöcker meines Beckens wahr, auf denen ich sitze?
Ich stelle mir vor, dass ich über meine Wirbelsäule
von einem Faden nach oben gezogen werde.

Ich konzentriere mich auf meinen Atem,
um ganz in die Gegenwart zu kommen.
Spüre ich wie der Atem die Nase kühlt;
und wie es wieder warm wird beim Ausatmen?
Spüre ich ihn in der Stirnhöhle, im Hals und
wie er meine Lungenflügel füllt?

Was ich heute vormittag tat, kann jetzt ruhen.
Was ich nachher tun muss, kann warten.
Wie nehme ich mich wahr?
Heute soll es um unseren Geschmackssinn gehen.

Hier ist ein Zitronenspalt.
Beißen Sie mal hinein.
Was schmecken sie?
Können Sie es beschreiben?
Was ist zuerst dominant, was folgt?
Sauer, bitter. Vielleicht doch auch eine Süße?
Sind noch andere Nuacen wahrnehmbar?

Versuchen Sie diesen Geschmacksspuren nachzuspüren.
Wie lange nehmen Sie sie wahr?

Einige Gedanken für den Alltag:

Weniger konsumieren, mehr lieben.
Weniger schlucken, mehr schmecken.
Weniger verschlingen, mehr genießen.
Mit weniger mehr Mensch sein.
Phil Bosmans

Die Zitrone war gelblich / grün.

Wenn Sie nun wieder hinausgehen, versuchen Sie mal,
immer wenn Sie etwas gelbes Sehen,
den Geschmack von eben zu vergegenwärtigen
und wünschen Sie in Gedanken den Personen,
die Sie gerade sehen, innerlich etwas Gutes,
z.B. etwas, was auch ihnen schmecken könnte.

für die Seelsorge
P. Adrian Kunert SJ; 21.2.2024

Dienstag, 13. Februar 2024

Kehr um und komm in die Gegenwart – zum Aschermittwoch


Fröhlichen Aschervalentinstag! Ich weiß nicht, ob Sie sich manchmal Filmchen auf YouTube ansehen. Da gibt es schon das dritte Mal ein Outdoor/Survival-Format. Es nennt sich „7 versus Wild“. In diesem Jahr gab es eine Teams-Edition. Zwei Leute sollten 14 Tage in der Wildnis Kanadas überleben allein mit Hilfe von Dingen, die sie in eine Literflasche packen konnten. Was sie damit taten ist also genau das, was beim Fasten passiert: sich auf das Nötigste zu reduzieren und sehen, was dabei in mir aufbricht und was auch zum Abbruch führen kann. In diesem Jahr fand ich bemerkenswert, was gerade so Menschen äußerten, die sonst selbst Inhalte auf YouTube produzieren. Es fiel vergleichsweise oft der Satz: Wenn wir hier raus sind, muss ich was ändern. Ich muss mehr Zeit mit meiner Familie/Freundin... verbringen. Es brach hier von allein auf, wozu jüdisch-christliches Fasten eigentlich führen soll: zu

Donnerstag, 30. November 2023

Erste Adventswoche – welche Farben hat Ihr Licht?

Es gibt schon besonders viele Gründe, diesen Advent als besonders dunkel und kalt zu empfinden. Die Ukraine muss sich schon bald zwei Jahre mit aller Kraft gegen den Überfall Putin-Russlands verteidigen mit furchtbaren Folgen nicht nur für die Ukraine. Halb Gaza liegt mittlerweile in Schutt und Asche, weil die Terrororganisation Hamas mit einem furchtbaren Gemetzel unter den Juden den nahen Osten anzünden wollte, um Israel auszulöschen. Immer stärkere Unwetter überziehen viele Orte der Welt und künden von den Folgen unseres ungebremsten Energiehungers und einer Zukunft, die bald immer mehr aus den Fugen geraten wird. Und selbst bei uns in Deutschland geht es vielen, vor allem den finanziell Ärmeren, in unserer Gesellschaft schlechter. Da braucht es schon besondere Hoffnungsschimmer!

Es gibt eine kleine, bekannte Geschichte über Heilige in bunten Kirchenfestern, die mit dem Satz endet: Heilige sind Menschen, durch die das Licht leuchtet. So lade ich Sie ein, auf dem Weg dieser ersten Adventswoche, einige Heilige dieser ersten Woche anzuschauen und ihr Licht Gottes, das sie durch ihr Leben in spezifischer Weise aufleuchten ließen. Mit jedem Heiligen verschwindet die Dunkelheit ein wenig mehr.

Mittwoch, 8. November 2023

von der Entscheidung zwischen Katastrophe oder neuem Anfang

von den Friedensträumen, die mit dem Zusammenbruch und der Auflösung der politischen Blöcke folgten, ist nicht viel übrig geblieben. Schon der Krieg auf dem Balkan zeigte, dass Krieg in Europa wieder möglich war und ist – auch wenn man das noch einigermaßen verdrängen konnte. Doch imperiale Träume und die Großmannssucht sind überall in der Politik zurückgekehrt. Die Kriege und ihre Folgen treffen viele selbst hier in ihrem normalen Alltag. Kaum jemand, der nicht betroffen ist von der Teuerung, den Flüchtlingsdramen an unseren Außengrenzen und mitten unter uns. Noch keiner der Konflikte, die sich weltweit darstellen, ist wirklich auf dem Weg der Besserung; weder der schon fast 21 Monate andauernde Krieg, mit dem Russland die Ukraine als selbständigen Staat auflösen will, noch die Folgen des brutalen Überfalls der Hamas-Terroristen auf Israels Zivilgesellschaft und der blutigen Reaktion Israels, noch der Stellvertreterkrieg zwischen Schiiten und Sunniten im Jemen, der bei uns kaum sichtbare Krieg, den Aserbaidschan Armenien aufgedrückt hat, noch … Es scheint immer mehr Verrückte in dieser Welt zu geben und die Konflikte nehmen auch in Fernost, Afrika und Amerika weiter an Fahrt auf. Auch die Klimakrise und die Gefahren durch die beschleunigte Energiewende (zunehmende Blackout-Gefahr) sind ja alles andere als behoben und überwunden. Es kommt also nicht von ungefähr, wenn so mancher in unserer Zeit rat- und haltlos ist.

Aber Krisen sind nicht nur Ursprung von Katastrophen, sondern auch Geburtsstätte grandioser Wunder und von Erneuerung. Morgen, am 9. November, ist so ein denkwürdiger Tag – gerade hier in Deutschland: