Dienstag, 10. März 2026

Fastenzeit – vorösterliche Bußzeit – Ziele des Fastens

Gedanken für die Woche 4: Orientierungs-Fasten

Also vorweg, den Begriff gibt es so nicht. Aber er hebt eine Wirkung des Fastens hervor, die für die persönliche Entwicklung wichtig ist.

Ich weiß nicht, ob Sie schon einmal länger gefastet haben. Etwas, was dabei geschieht, ist ja, dass man den Magen-Darm-Trakt mehr oder minder still legt. Was das bedeutet, kann man sich mit dem Gegenteil verdeutlichen. Sie haben eine schwere, fettige Mahlzeit hinter sich. Da möchte man nicht aufbrechen zu neuen Horizonten, sondern erst mal ruhen. Alles Blut strömt zum Magen und zum Darm und das Hirn wird müde und matt. Wenn man das Gegenteil tut, also nichts isst, vielleicht sogar mit dem angemessenen Ritual des Anfangens, also zwei Tage kein Fleisch mit viel Gemüse und wenig Obst sowie einer angemessenen Darmentleerung, stellt man nach der Umschaltung auf Fettverbrennung, die sich durch einen Kopfschmerz meist am zweiten Tag ankündigt, etwas eigenartiges fest. Zuerst verschwindet auch das Hungergefühl. Danach aber entwickelt sich eine Leichte im Magen-Darm-Bereich. Ablenkungen, wie Magenknurren oder ähnliches, tauchen nicht mehr auf und man kann sich auf geistige Prozesse viel besser konzentrieren. Warum eigentlich?

Dienstag, 3. März 2026

Fastenzeit – vorösterliche Bußzeit – Ziele des Fastens

Gedanken für die Woche 3: Gerechtigkeits-Fasten

Das heutige Thema ist eigentlich das zentrale Thema bei biblischem Fasten. Um das recht zu verstehen, muss man aber verstehen, was „Gerechtigkeit“ in der Bibel meint. Kurz gesagt geht es um das rechte Verhältnis von Gott zu den Menschen und der Menschen untereinander. Dem dienen eine ganze Reihe von Gesetzen im Gesetz des Mose, die so nie umgesetzt worden sind. Die aber zum Verständnis, auch der Kritik der Propheten, wichtig sind, zu wissen.

Vom mosaischen Gesetz her gibt es kein Privateigentum an Boden. Dieser gehört weiterhin Gott. Jeder Stamm erhält ein bestimmtes Gebiet. Wenn durch Missernten oder andere Not jemand Boden verkaufen muss, verkauft er nicht den Boden an sich, sondern die erwarteten Ernten bis zum Jobeljahr. Nach sieben mal sieben Jahren folgt ein Jobeljahr (daraus entwickelte sich in der Katholischen Kirche die Idee des Heiligen Jahres). Im Jobeljahr fiel aller Grund wieder dem Stamm, dem Clan und der Familie zu, die ihn ursprünglich besessen hatte. Mit dieser Idee sollte in der agrarischen Gesellschaft verhindert werden, dass sich einerseits Superreichtum entwickelt andererseits aber auch Armut, weil jeder von seiner Scholle leben kann. Damit war aber spätestens seit der Königszeit auch theoretisch Schluss. Die Spanne zwischen arm und reich wuchs und damit auch der Abstand zwischen Gott und Seinem Volk.