Gottesbegegnungen sind tiefe Erfahrungen, die in der Folge auch andere Menschen anziehen. Wenn sich dann ein wachsendes Werk daraus ergibt, dann besteht immer die Gefahr, dass sich Angst um die Reinheit dieser Erfahrungen unter die Motivation legt. Manche beginnen dann, mit „Gesetzen“ diese Erfahrungen zu schützen. Spätestens in der zweiten Generation wird es Menschen geben, denen die Gesetze zum Schutz der Erfahrung wichtiger werden als die Erfahrung selbst – denn diese bleibt, wie jede Beziehung, der menschlichen Reglungswut entzogen. Manchmal erstickt unter diesem Schutz die Beziehung.
Christliches Leben lebt aber aus der bewussten Entscheidung, immer wieder neu zu dieser grenzenlosen Liebe Gottes ja zu sagen und sich ihr auszusetzen. Es ist die Beziehung zu Ihm, die Liebe ist, die Gott von uns möchte. Gott braucht keine Sklaven, sondern Liebende. Gerade auch in einer Zeit der großen Gesetzlichkeit war die Herz-Jesu-Verehrung der Ausdruck einer reinen Liebe; sie ist darum auch immer etwas suspekt, weil Liebe sich eben nicht in gesetzliche Form zwingen lässt. Aber auch heute, wo so viel Verwirrung herrscht, ist diese Liebe Gottes anziehend, denn sie hilft auch, das Leben zu ordnen. Was führt zu mehr und vollerem Leben? Was kann oder muss ich aber auch lassen?
Dieser Liebe wird an jedem Herz-Jesu Freitag (erster Freitag im Monat) gedacht – vor allem aber auch am Herz-Jesu-Hochfest, welches am 3. Freitag nach Pfingsten gefeiert wird. Auch in diesem Jahr werden wir diese Liebe Gottes feiern in unserem „Herz-Zentrum“, der „Herz-Jesu-Kapelle“ unseres Hauses.
P. Adrian Kunert SJ






