Mittwoch, 8. Mai 2024

Von Himmelfahrt und Pfingsten

Vierzig Tage waren seit jenem denkwürdigen Pessach vergangen, an dem Jesus gestorben und auferstanden war. Vierzig Tage hindurch war Jesus bei Seinen Jüngern, die ihn auch noch von vor Ostern her kannten, ein und aus gegangen. Doch nun endet diese Art der Gegenwart und Beziehung und Jesus kehrt in die Ordnung des Himmels zurück. Beim letzten gemeinsam Mahl aber gibt Jesus Seinen Jüngern an diesem 40. Tag nach Ostern den Auftrag, in Jerusalem zu bleiben und zu beten bis sie mit der Verheißung vom Vater her beschenkt worden sind. Sie sollen also nicht einen Plan abbeten, sondern beten, bis etwas geschieht (Apg 1,4-5). Das, was geschehen wird, kennen sie noch nicht. Es wird vollkommen neu sein. So warten sie und beten, bis etwas geschieht. Sie erfahren dieses Neue am 50. Tag nach Ostern, an Schawuot. Schawout (Ende der Weizenernte) ist ähnlich wie Pessach (Ende der Gerstenernte) eines der drei jüdischen Pilgerfeste. An ihm feiert das pharisäische/rabbinische Judentum auch die Gabe der Tora (Die Bücher der Weisung) am Sinai; denn damit entstand aus den Geretteten Ägyptens der Form nach das jüdische Volk als das besondere Volk Gottes.

Gott bereitet das, was Er schenkt immer vor. So spielten während der Feiern zu Schawuot, auch Wasserrituale eine Rolle, die zB im Buch Ezechiel im Kapitel 47 der Bibel erwähnt beschrieben werden. Aus dem Tempel quillt dort eine kleine Quelle hervor und fließt über das Jordantal und weiter ins Tote Meer. Unterwegs beginnt alles zu grünen und Menschen können Leben. Der Überfluss des Wassers wird stark, dass selbst das Tote Meer wieder gesund wird und Leben enthält.

Das geschieht in der Gabe des Heiligen Geistes. Er ist die Liebe zwischen Vater und Sohn. Und da in Gott alles total ist, ist auch er Person, aber trotzdem eins als Gott. Zu Pfingsten nun werden die Beter aufgenommen in diese Liebe, diese Beziehung zwischen Vater und Sohn. Aus dem jüdischen Jüngerkreis wird Kirche. Und das feiern wir zu Pfingsten – Geburtstagsfest der Kirche.

Dieses Beten bis was geschieht, führt die Kirche mittlerweile vor jedem größeren Ereignis durch. Es nennt sich Novene (neuntägig). Wenn Sie da mitmachen wollen: hier habe ich die Novene, die von der Charismatischen Erneuerung herausgegeben wurde, verlinkt. Ich werde diese nutzen. Mit ein paar Freunden haben wir uns verabredet, da wo wir gerade sind, um 21:00 neun Tage hintereinander zu beten. Nehmen Sie da ruhig auch Dinge mit hinein, wo Sie denken, da braucht es besonders die Kraft des Heiligen Geistes Gottes.

Gesegnete Zeit
P. Adrian Kunert SJ

Das Bild ist von Pixabay, der dort erzeugte link funktioniert leider nicht.

Mittwoch, 27. März 2024

Triduum Paschale – die Heiligen Drei Tage

 Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass während der Messe bei den Wandlungsworten gesagt wird:
„Jesus nahm beim Mahl das Brot, brach es...“, dass aber der Priester, wenn er weiß, was er vollzieht, an dieser Stelle das Brot eben nicht bricht, sondern erst an der dafür vorgesehenen Stelle, nämlich beim: „Lamm Gottes, Du nimmst hinweg...“, was für die Ganzhingabe Jesu am Kreuz steht?

Das geschieht, weil jede Eucharistiefeier keine Wiederholung, sondern die Vergegenwärtigung des Kreuzesgeschehens ist. Wir treten in das Geheimnis ein, dass Gründonnerstag im Abendmahlssaal scheinbar symbolisch begann und durch das Kreuz in seiner Sakramentalität sichtbar wurde, wo das Lamm Gottes am Kreuz geschlachtet wurde, aber schon als echter Leib und wahres Blut Christi im Abendmahlssaal gegenwärtig war und es bis heute in jeder Eucharistiefeier ist. Darum feiern wir Gründonnerstag bis Ostersonntag als den Großen Tag. Wie aber sollen wir diesen Großen Tag feiern?

Mittwoch, 13. März 2024

12:00 - Sankt Gertrauden-Kapelle - Sehen

 13.03.2024 - die orange Woche


Sehen

Nehmen wir uns wahr. Wie sitze ich hier?
Ich spüre bewusst das Gewicht meines Körpers und nehme wahr,
mit welchen Körperteilen ich die Bank (den Stuhl) und den Boden berühre.
Ich richte meinen Rücken auf.
Dazu stelle ich mir vor, dass ich über meine Wirbelsäule
von einem Faden nach oben gezogen werde.

Ich konzentriere mich auf meinen Atem,
um ganz in die Gegenwart zu kommen.
Spüre ich, wie der Atem die Nase kühlt;
und wie es wieder warm wird beim Ausatmen?
Spüre ich ihn in der Stirnhöhle, im Hals und
wie er meine Lungenflügel füllt?
Spüre ich, wie sich meine Bauchdecke hebt und senkt?

Was ich heute Vormittag tat, kann jetzt ruhen.
Was ich nachher tun muss, kann warten.
Wie nehme ich mich wahr?
Heute geht es um unseren Sehsinn.

Mittwoch, 6. März 2024

12:00 – Sankt Gertrauden-Kapelle – Fühlen

die rosa Woche

Nehmen wir uns wahr. Wie sitze ich hier da?
Nehme ich meine Sitzhöcker meines Beckens wahr, auf denen ich sitze?
Ich richte meinen Rücken auf. Dazu
stelle ich mir vor, dass ich über meine Wirbelsäule
von einem Faden nach oben gezogen werde.

Ich konzentriere mich auf meinen Atem,
um ganz in die Gegenwart zu kommen.
Spüre ich wie der Atem die Nase kühlt
und wie es wieder warm wird beim Ausatmen?
Spüre ich ihn in der Stirnhöhle, im Hals und
wie er meine Lungenflügel füllt?
Spüre ich vielleicht sogar meine Flanken?

Was ich heute Vormittag tat, kann jetzt ruhen.
Was ich nachher tun muss, kann warten.
Wie nehme ich mich wahr?
Heute geht es um unseren Tastsinn.

Mittwoch, 28. Februar 2024

12:00 - Sankt Gertrauden-Kapelle - Riechen

die lila Woche


Nehmen wir uns wahr.
Wie sitze ich hier da?
Nehme ich meine Sitzhöcker meines Beckens wahr,
     auf denen ich sitze?
Ich richte meinen Rücken auf. Dazu
stelle ich mir vor, dass ich über meine Wirbelsäule
von einem Faden nach oben gezogen werde.

Ich konzentriere mich auf meinen Atem,
um ganz in die Gegenwart zu kommen.
Spüre ich wie der Atem die Nase kühlt;
und wie es wieder warm wird beim Ausatmen?
Spüre ich ihn in der Stirnhöhle, im Hals und
wie er meine Lungenflügel füllt?
Spüre ich vielleicht sogar meine Flanken?

Mittwoch, 21. Februar 2024

Mittwoch - 12:00 - Schmecken

die gelbe Woche

Schmecken

Nehmen wir uns wahr. Wie sitze ich hier?
Nehme ich meine Sitzhöcker meines Beckens wahr, auf denen ich sitze?
Ich stelle mir vor, dass ich über meine Wirbelsäule
von einem Faden nach oben gezogen werde.

Ich konzentriere mich auf meinen Atem,
um ganz in die Gegenwart zu kommen.
Spüre ich wie der Atem die Nase kühlt;
und wie es wieder warm wird beim Ausatmen?
Spüre ich ihn in der Stirnhöhle, im Hals und
wie er meine Lungenflügel füllt?

Was ich heute vormittag tat, kann jetzt ruhen.
Was ich nachher tun muss, kann warten.
Wie nehme ich mich wahr?
Heute soll es um unseren Geschmackssinn gehen.

Hier ist ein Zitronenspalt.
Beißen Sie mal hinein.
Was schmecken sie?
Können Sie es beschreiben?
Was ist zuerst dominant, was folgt?
Sauer, bitter. Vielleicht doch auch eine Süße?
Sind noch andere Nuacen wahrnehmbar?

Versuchen Sie diesen Geschmacksspuren nachzuspüren.
Wie lange nehmen Sie sie wahr?

Einige Gedanken für den Alltag:

Weniger konsumieren, mehr lieben.
Weniger schlucken, mehr schmecken.
Weniger verschlingen, mehr genießen.
Mit weniger mehr Mensch sein.
Phil Bosmans

Die Zitrone war gelblich / grün.

Wenn Sie nun wieder hinausgehen, versuchen Sie mal,
immer wenn Sie etwas gelbes Sehen,
den Geschmack von eben zu vergegenwärtigen
und wünschen Sie in Gedanken den Personen,
die Sie gerade sehen, innerlich etwas Gutes,
z.B. etwas, was auch ihnen schmecken könnte.

für die Seelsorge
P. Adrian Kunert SJ; 21.2.2024

Dienstag, 13. Februar 2024

Kehr um und komm in die Gegenwart – zum Aschermittwoch


Fröhlichen Aschervalentinstag! Ich weiß nicht, ob Sie sich manchmal Filmchen auf YouTube ansehen. Da gibt es schon das dritte Mal ein Outdoor/Survival-Format. Es nennt sich „7 versus Wild“. In diesem Jahr gab es eine Teams-Edition. Zwei Leute sollten 14 Tage in der Wildnis Kanadas überleben allein mit Hilfe von Dingen, die sie in eine Literflasche packen konnten. Was sie damit taten ist also genau das, was beim Fasten passiert: sich auf das Nötigste zu reduzieren und sehen, was dabei in mir aufbricht und was auch zum Abbruch führen kann. In diesem Jahr fand ich bemerkenswert, was gerade so Menschen äußerten, die sonst selbst Inhalte auf YouTube produzieren. Es fiel vergleichsweise oft der Satz: Wenn wir hier raus sind, muss ich was ändern. Ich muss mehr Zeit mit meiner Familie/Freundin... verbringen. Es brach hier von allein auf, wozu jüdisch-christliches Fasten eigentlich führen soll: zu