Mittwoch, 21. Februar 2024

Mittwoch - 12:00 - Schmecken

Mi, 21.2.2024 Zitrone (gelb)


Schmecken

Nehmen Sie sich wahr, wie Sie hier da sitzen.
Nehme ich meine Sitzhöcker meines Beckens wahr, auf denen ich sitze?
Ich stelle mir vor, dass ich über meine Wirbelsäule
von einem Faden nach oben gezogen werde.

Ich konzentriere mich auf meinen Atem,
um ganz in die Gegenwart zu kommen.
Spüre ich wie der Atem die Nase kühlt;
und wie es wieder warm wird beim Ausatmen?
Spüre ich ihn in der Stirnhöhle, im Hals und
wie er meine Lungenflügel füllt?

Was ich heute vormittag tat, kann jetzt ruhen.
Was ich nachher tun muss, kann warten.
Wie nehme ich mich wahr?
Heute soll es um unseren Geschmackssinn gehen.

Hier ist ein Zitronenspalt.
Beißen Sie mal hinein.
Was schmecken sie?
Können Sie es beschreiben?
Was ist zuerst dominant, was folgt?
Sauer, bitter. Vielleicht doch auch eine Süße?
Sind noch andere Nuacen wahrnehmbar?

Versuchen Sie diesen Geschmacksspuren nachzuspüren.
Wie lange nehmen Sie sie wahr?

Einige Gedanken für den Alltag:

Weniger konsumieren, mehr lieben.
Weniger schlucken, mehr schmecken.
Weniger verschlingen, mehr genießen.
Mit weniger mehr Mensch sein.
Phil Bosmans

Die Zitrone war gelblich / grün.

Wenn Sie nun wieder hinausgehen, versuchen Sie mal,
immer wenn Sie etwas gelbes Sehen,
den Geschmack von eben zu vergegenwärtigen
und wünschen Sie in Gedanken den Personen,
die Sie gerade sehen, innerlich etwas Gutes,
z.B. etwas, was auch ihnen schmecken könnte.

Dienstag, 13. Februar 2024

Kehr um und komm in die Gegenwart – zum Aschermittwoch


Fröhlichen Aschervalentinstag! Ich weiß nicht, ob Sie sich manchmal Filmchen auf YouTube ansehen. Da gibt es schon das dritte Mal ein Outdoor/Survival-Format. Es nennt sich „7 versus Wild“. In diesem Jahr gab es eine Teams-Edition. Zwei Leute sollten 14 Tage in der Wildnis Kanadas überleben allein mit Hilfe von Dingen, die sie in eine Literflasche packen konnten. Was sie damit taten ist also genau das, was beim Fasten passiert: sich auf das Nötigste zu reduzieren und sehen, was dabei in mir aufbricht und was auch zum Abbruch führen kann. In diesem Jahr fand ich bemerkenswert, was gerade so Menschen äußerten, die sonst selbst Inhalte auf YouTube produzieren. Es fiel vergleichsweise oft der Satz: Wenn wir hier raus sind, muss ich was ändern. Ich muss mehr Zeit mit meiner Familie/Freundin... verbringen. Es brach hier von allein auf, wozu jüdisch-christliches Fasten eigentlich führen soll: zu

Donnerstag, 30. November 2023

Erste Adventswoche – welche Farben hat Ihr Licht?

Es gibt schon besonders viele Gründe, diesen Advent als besonders dunkel und kalt zu empfinden. Die Ukraine muss sich schon bald zwei Jahre mit aller Kraft gegen den Überfall Putin-Russlands verteidigen mit furchtbaren Folgen nicht nur für die Ukraine. Halb Gaza liegt mittlerweile in Schutt und Asche, weil die Terrororganisation Hamas mit einem furchtbaren Gemetzel unter den Juden den nahen Osten anzünden wollte, um Israel auszulöschen. Immer stärkere Unwetter überziehen viele Orte der Welt und künden von den Folgen unseres ungebremsten Energiehungers und einer Zukunft, die bald immer mehr aus den Fugen geraten wird. Und selbst bei uns in Deutschland geht es vielen, vor allem den finanziell Ärmeren, in unserer Gesellschaft schlechter. Da braucht es schon besondere Hoffnungsschimmer!

Es gibt eine kleine, bekannte Geschichte über Heilige in bunten Kirchenfestern, die mit dem Satz endet: Heilige sind Menschen, durch die das Licht leuchtet. So lade ich Sie ein, auf dem Weg dieser ersten Adventswoche, einige Heilige dieser ersten Woche anzuschauen und ihr Licht Gottes, das sie durch ihr Leben in spezifischer Weise aufleuchten ließen. Mit jedem Heiligen verschwindet die Dunkelheit ein wenig mehr.

Mittwoch, 8. November 2023

von der Entscheidung zwischen Katastrophe oder neuem Anfang

von den Friedensträumen, die mit dem Zusammenbruch und der Auflösung der politischen Blöcke folgten, ist nicht viel übrig geblieben. Schon der Krieg auf dem Balkan zeigte, dass Krieg in Europa wieder möglich war und ist – auch wenn man das noch einigermaßen verdrängen konnte. Doch imperiale Träume und die Großmannssucht sind überall in der Politik zurückgekehrt. Die Kriege und ihre Folgen treffen viele selbst hier in ihrem normalen Alltag. Kaum jemand, der nicht betroffen ist von der Teuerung, den Flüchtlingsdramen an unseren Außengrenzen und mitten unter uns. Noch keiner der Konflikte, die sich weltweit darstellen, ist wirklich auf dem Weg der Besserung; weder der schon fast 21 Monate andauernde Krieg, mit dem Russland die Ukraine als selbständigen Staat auflösen will, noch die Folgen des brutalen Überfalls der Hamas-Terroristen auf Israels Zivilgesellschaft und der blutigen Reaktion Israels, noch der Stellvertreterkrieg zwischen Schiiten und Sunniten im Jemen, der bei uns kaum sichtbare Krieg, den Aserbaidschan Armenien aufgedrückt hat, noch … Es scheint immer mehr Verrückte in dieser Welt zu geben und die Konflikte nehmen auch in Fernost, Afrika und Amerika weiter an Fahrt auf. Auch die Klimakrise und die Gefahren durch die beschleunigte Energiewende (zunehmende Blackout-Gefahr) sind ja alles andere als behoben und überwunden. Es kommt also nicht von ungefähr, wenn so mancher in unserer Zeit rat- und haltlos ist.

Aber Krisen sind nicht nur Ursprung von Katastrophen, sondern auch Geburtsstätte grandioser Wunder und von Erneuerung. Morgen, am 9. November, ist so ein denkwürdiger Tag – gerade hier in Deutschland:

Donnerstag, 10. August 2023

15. August – Mariä Aufnahme in den Himmel

In der ostkirchlichen Tradition erleben die wundersam von Engeln herbeigetragenen Apostel den Tod Mariens so, dass sie von Engeln unterstützt ihre himmlische Reise antrat. Ihre irdischen Kleider verblieben aber hier. Dem Zweifler Thomas, der auch hier irgendwie schaffte zu spät zu kommen, ward der Gürtel zuteil. Diese Kleider würden nun in Trier, Aachen, Prato (Toskana) und anderswo aufgehoben. Diese Variante der Legende erzählte Caesarius von Heisterbach um 1215.

In der westkirchlichen Tradition vor allem im Alpenraum – und das ist die Grundlage auch der dortigen Volksbräuche – geschah gemäß der Legenda aurea folgendes:

Dienstag, 13. Juni 2023

Herz Jesu, Sühne für unsere Sünden?

Die Kuh „Elsa“ ist – verzeihe die Ausdrucksweise – ein Miststück. Scheinbar friedlich äsend steht sie auf der Wiese am Waldessaum. Ein junger Wandersmann aus dem Nachbardorf läuft daran vorbei und zack, hatte sie ihn mit den Hörnern erwischt. Letzte Woche starb dabei sogar der Vater der Nachbarsfamilie (Biblische Geschichte: 2
Mose/Exodus 21,29). Die Kuh wurde natürlich gesteinigt. Jetzt war aber bekannt, dass diese Kuh eine „Problemkuh“ war. Jetzt hätte also auch der Besitzer gesteinigt werden müssen, weil er sie nicht ordentlich gesichert hatte. Das Urteil war eigentlich schon gefällt; doch die Familie des Geschädigten sagte: Was haben wir davon, wenn er

Donnerstag, 25. Mai 2023

Die Spur des Aufatmens

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay 

Wenn ich behauptete, 50% der in Deutschland Lebenden wüssten nicht, was wir zu Pfingsten feiern und warum sogar noch der Pfingstmontag frei ist, der selbst im Vatikan nicht eigens frei ist, läge ich eher noch auf der zu positiven Seite. Damit offenbart sich meines Erachtens auch der tiefste Grund der Kirchenkrise von heute und eigentlich von immer, wenn es eine Krise in der Kirche gab.

Also das Positive vorweg: Wir feiern Geburtstag. Also herzlichen Glückwunsch.
Doch was genau ist geschehen?