Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhunderts waren schwere Zeiten. Die Versorgung für die Armen war mehr oder minder zusammen-gebrochen, weil die Fürsten sich durch die Säkularisation zwar reichlich an den Gütern der Klöster gütlich getan hatten, aber natürlich nicht die Aufgaben der Klöster mit übernommen hatten; immerhin gingen 25% der Einkünfte von Benediktinern und Zisterziensern in die Armen- und Pilgerfürsorge. 1816 explodierte der Vulkan Tambora und führte zu einem Jahr ohne Sommer und zu ersten von ca. 18 Hungersnöten, die 1846 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichten. Neben der Kartoffelfäule (ab 1842) führte auch auch eine liberale Wirtschaftsideologie und die Industriali-sierung zu einer Landflucht und der Verelendung der Massen, weil die Flüchtlinge oft jede Arbeit annehmen mussten, um zu überleben. Millionen aus dem deutschsprachigen Raum folgten bald den Strömen der Iren, die früher schon vor dem Hungertod (1.000.000 Tote 1846 allein in Irland) nach Amerika und Australien geflohen waren. Auch gesellschaftlich war es eine Zeit des Liberalismus im geistigen Sinne. Antikirchliche Ideologien wurden überall stark. Im Kulturkampf dieser Zeit versuchte man das Verhältnis Staat Kirche von staatlicher Seite aus gewaltsam neu zu regeln. Es war eine Zeit, wo man eine gesellschaftliche Geborgenheit stark vermisste. Man sehnte sich einerseits nach Stabilität und Sicherheiten andererseits aber konnte man auch überall Graswurzelaufbrüche in den Millieus sehen. Man sah wie neue Orden entstanden, die sich um Arme und Kranke sorgten. Kolpingvereine kümmerten sich um Gesellen auf der Walz, um deren Abhängigkeiten und die Ausbeutung etwas zu verringern.






