Als am 1. September 1978 das reguläre, unbenotete Unterrichtsfach
„Wehrerziehung“ zunächst für die neunten Klassen begann und ein
Jahr später auch für die zehnten Klassen, legte der Bund der
Evangelischen Kirchen in der DDR dagegen erfolglos Widerspruch ein
und stellte ein Alternativprogramm „Erziehung zum Frieden“ vor.
Daraufhin entstanden in vielen Kirchengemeinden staatskritische,
unabhängige Friedensinitiativen. Regelmäßige Seminare, etwa in
Königswalde (Ortsteil von Werdau in Sachsen), zogen Jugendliche aus
der ganzen DDR an.
Zeitgleich begannen
in der evangelischen Kirche, zuerst kleine Gruppen, um den Frieden zu
beten. Diese Friedensgebete fanden montags statt und waren für lange
Zeit auch immer sehr überschaubar. Es kamen Menschen zusammen, die
sich gerufen fühlten, gegen die Militarisierung von Kindern und
Jugendlichen, wie das im ganzen Ostblock üblich war, etwas zu tun.