Dienstag, 3. November 2026

Der lange Atem des Gebets und der 9. November in Deutschland

 


Als am 1. September 1978 das reguläre, unbenotete Unterrichtsfach „Wehrerziehung“ zunächst für die neunten Klassen begann und ein Jahr später auch für die zehnten Klassen, legte der Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR dagegen erfolglos Widerspruch ein und stellte ein Alternativprogramm „Erziehung zum Frieden“ vor. Daraufhin entstanden in vielen Kirchengemeinden staatskritische, unabhängige Friedensinitiativen. Regelmäßige Seminare, etwa in Königswalde (Ortsteil von Werdau in Sachsen), zogen Jugendliche aus der ganzen DDR an.

Zeitgleich begannen in der evangelischen Kirche, zuerst kleine Gruppen, um den Frieden zu beten. Diese Friedensgebete fanden montags statt und waren für lange Zeit auch immer sehr überschaubar. Es kamen Menschen zusammen, die sich gerufen fühlten, gegen die Militarisierung von Kindern und Jugendlichen, wie das im ganzen Ostblock üblich war, etwas zu tun.