Ohne den Heiligen Geist wäre Kirche als „nur eine Institution“ schon verschwunden
Eigentlich ist es doch ganz leicht zu merken: Ostern feiern wir die Auferstehung Jesu, zu Himmelfahrt das Ende der speziellen Art und Weise, wie Er nach Seiner Auferstehung mit Seinen Jüngern unterwegs war. Und Pfingsten? Ja, da kommt der Heilige Geist und wir feiern den Geburtstag der Kirche. Aber was hat das mit uns zu tun? Knapp 2000 Jahre später? Warum ist der Heilige Geist für die Kirche von so großer Bedeutung?
Schauen wir einmal zurück. Zur Zeit, als Jesus auf Erden wandelte, gab es in Israel viele Sekten, Strömungen und Gruppen, die sich untereinander oft nicht grün waren. Selbst das, was man für die Bibel hielt, war nicht klar. Alle waren sich einig, dass die fünf Bücher Mose dazu gehören. Das war es aber auch schon in Bezug auf die Gemeinsamkeiten zum Beispiel für die Sadduzäer, die Jerusalem und den Tempel beherrschten. Weder die Propheten, noch die Weisheitsliteratur (die Schriften) gehörte dazu. Darunter waren die Gebote zur Abgrenzung gegen die „Heidenvölker“ ganz wichtig, hier vor allem die Speisegebote. Unter den Makkabäern (ca 180 v. Chr.), als auch die Gruppe die Pharisäer entstanden, sind Juden dafür gestorben, sich nicht „unrein“ (unfähig am Tempelkult teilzunehmen) machen zu müssen.
Jetzt entstand die Frage: müssen die Heidenvölker erst Juden werden, bevor sie durch den Messias „gerettet“ werden können? Damit verbunden ist ja, dass man das ganze Gesetz Mose hält, nicht nur eine Auswahl. Das war keine leichte Frage. Selbst Lukas, der immer versucht die Konflikte und Schwierigkeiten etwas kleiner zu reden, spricht in der Apostelgeschichte offen davon, dass es zu schweren Konflikten darüber kam.
Aus
Antiochia (in Syrien) schickte man Barnabas und Paulus nach
Jerusalem, damit die Apostel darüber entscheiden mögen. Man hat das
im Nachgang als Apostelkonzil bezeichnet. Was geschah damals?
Erstens hört die Versammlung zu. Was ist das Problem und was
entwickelt sich gerade in Syrien und Kleinasien (römische Provinz
Asia)? Dann tritt man zusammen, um in Gebet und Beratungen die Sache
zu erwägen.
Zweitens entscheiden die Apostel und Jakobus der
Jüngere verkündet den Kompromiss, der ermöglichte, dass Juden- und
Heidenchristen zusammenleben (das ist also kein abgespecktes Gesetz
des Mose); denn natürlich haben die Judenchristen auch weiterhin am
Gesetz festgehalten.
Drittes
schicken sie dann Paulus und Barnabas und einige andere mit einem
Brief zurück nach Antiochia, wo das Problem das erste Mal eskaliert
war; denn ohne eine gute Kommunikation der Ergebnisse, wäre das
Problem nicht gelöst worden. Und ohne den Heiligen Geist wäre das
nicht möglich gewesen, es zu lösen und die Lösung zu akzeptieren.
Dieselben Problematiken gibt es heute in der Kirche. Es gibt die, die alles so wiederherstellen wollen, wie das schon der Großvater gemacht hat – das nennen sie Tradition (im Unterschied zu dem wichtigen Traditionsprinzip, das auf Irenäus von Lyon zurück geht). Auf der anderen Seite hat man dann oft Menschen, die alles ändern und heute demokratisieren wollen. Beides geht nicht. Wäre das beim Apostelkonzil geschehen, wären die Christen als kleine jüdische Sekte wahrscheinlich spätestens mit der Zerstörung Jerusalems und des Tempels untergegangen, oder wären auf der anderen Seite als gnostische Sekte geendet.
Darum ist auch das Gebet um die Ausgießung des Heiligen Geistes so wichtig, was besonders in der Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten nicht verstummen soll; ohne den Heiligen Geist wäre die Kirche eine Institution, die schon im zweiten Jahrhundert verschwunden wäre. Wenn Sie noch nicht wissen, ob Er schon in Ihnen wirkt, beten Sie weiter. Er ist ein Gentleman und drängt sich nicht auf.
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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