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In der alten Kirche, eigentlich bis ins frühe Mittelalter, wurden nur Feste gefeiert, die sich auf bestimmte Ereignisse im Leben Jesu bezogen. So sagt noch Thomas von Aquin sinngemäß: Wenn Du heilig werden willst, feiere das Kirchenjahr mit; denn es ist keine Zeiteinteilung, sondern die Beziehung zu einer Person, Jesus Christus. Geburt, Leiden, Sterben, Auferstehen und die Sendung des Heiligen Geistes, all das ist verknüpft mit der Person Jesu Christi und bestimmten Ereignissen im Leben Israels und damit auch in Jesu Leben. Aber es gibt bestimmte Glaubenslehren, für die es keinen historischen Anlass gibt, die aber so zentral sind, dass man ein Fehlen im Jahreskreis als Manko erlebte. Der Wunsch nach diesen „Ideenfesten“ wurde stärker: Dreifaltigkeit, Fronleichnam, Herz-Jesu.
Das im Jahreskreis zeitlich erste ist das Fest der Dreifaltigkeit oder Dreieinigkeit Gottes, je nachdem, welchen Aspekt Gottes man mehr betonen möchte. Dass der eine Gott dreifaltig ist, Vater, Sohn und Geist, wissen wir aus Seiner Offenbarung. Wenn man erst einmal verstanden hat, was das meint, sieht man es auch in der ganzen Schöpfung, denn Gott hat alles in dieser Weise geschaffen. Aber wie bei vielem gibt es heute einige Verständnisschwierigkeiten mit den Worten, die sich über die Jahrhunderte in ihrer Bedeutung gewandelt haben.
Wenn wir sagen: drei Personen sind der eine Gott, dann hören wir heute meist das heutige Personenverständnis mit, wo jede Person in sich abgegrenzt zu den anderen ist. So missverstanden wären es in der Tat drei Götter, was natürlich Humbug wäre; darum zwei Hilfestellungen zum Verständnis:
Stellen Sie sich ein Buch mit mehreren Kapiteln vor. Das erste Kapitel ist hierin nicht dasselbe wie das zweite Kapitel. Und das zweite auch nicht dasselbe wie das dritte Kapitel. Aber alle drei gehören zu dem einen Buch.
Das zweite Beispiel ist genommen aus dem ersten Buch der Bibel, der Genesis 1. Dort heißt es 26 Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich! Sie sollen walten über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere, die auf der Erde kriechen. 27 Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie.
Gott erschafft den Menschen als Beziehungseinheit als männlich und weiblich. Das Wort „männlich“ oder auch das Wort „weiblich“ allein machen ohne das jeweils andere keinen Sinn; sie verweisen aufeinander, da gibt es kein besser oder schlechter. Ähnliches drückt „Vater“ und „Sohn“ aus. Gott selber ist als Gott weder Mann noch Frau. Es geht hier nur um Wesensgleichheit (Gott). Die Beziehung selbst ist das Bild für den Heiligen Geist. Erst durch die Menschwerdung wird der „Sohn“ auch „Mann“ in unserem Verständnis.
So viel einmal zu etwas, was man oft hört, aber nicht oft leicht erklärt bekommt.
Mit freundlichen Grüßen
Adrian Kunert
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