Sonntag, 1. Februar 2026

Welttag der Kranken – 11. Februar (2026)

 

Wo das Evangelium verkündet wird, geschieht nie nichts – außer man blockiert es selber.

Von Anfang war Christen war die Sorge und das Gebet für die Kranken besonders wichtig. Darum gab und gibt es so viele Orden, die sich rund um die Krankenfürsorge gebildet haben und auch so viele kirchliche Träger im Gesundheitswesen.

Auch das Gebet um Heilung spielte immer eine große Rolle.
Jakobus 5 14 Ist einer unter euch krank, dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. 15 Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben.

Meist wurden also die Priester (=Ältesten der Gemeinde) zu den Kranken gerufen, um für sie zu beten und sie mit Öl zu salben. Daraus entwickelte sich unsere Krankensalbung.

Am 11. Februar ist wieder der Welttag der Kranken. Es wird zwar auch eine zentrale Veranstaltung geben (das Bild ist ist im Monat vor dem Shut down 2020 entstanden), aber auch in den Gemeinden gibt es Gottesdienste. Wir werden auch hier nach unserer Messe um 8:00 eine Krankensalbung anbieten.

Wofür beten wir, wenn wir das Sakrament so in der Gemeinschaft anbieten?
Die Ursachen von Krankheit sind oft auf mehreren Ebenen zu finden.

1. Ebene: eigene Schuld – manchmal sind es eigene Angewohnheiten oder auch Sünden (bewusste Entscheidungen, die sich auch verfestigen können, dann spricht man von Lastern), die krank machende Auswirkungen haben. Dafür braucht es zuerst Einsicht und Buße. Das händeln wir nicht öffentlich, sondern es geschieht im Beichtsakrament oder im geistlichen Gespräch (Manchmal muss man sich erst mal darüber klar werden, wo der Hase im Pfeffer liegt). Wenn man da nicht ran geht, bringen auch weitere Behandlungen nichts.

2. Ebene: innere Verletzungen, Festlegungen... hier geht es um die vergiftenden Erfahrungen, die mir andere Menschen oder Prozesse angetan haben. Bruch von Partnerschaften, Erfahrungen von Verrat und Zurückweisung, Zurücksetzungen und Verleumdungen; Selbstfestlegungen und „Lebenslügen“, die andere über mich gesprochen haben... all das kann tiefe Wunden hinterlassen und krank machen. Das ist eine der klassischen Dinge, wenn nicht angegangen, die chronische Erkrankungen auch auf physischer Ebene triggern können. Wenn das nicht auf dieser Ebene angegangen wird, können physische Leiden sich auch chronisch manifestieren. Da ist das, was hier bei der Krankensalbung ansatzweise passieren kann.

3. Ebene: physische Heilung – das ist das ganze Feld, worum es auch hier im Krankenhaus geht, wo wir um Heilung oder/und einen guten Verlauf beten. Auch hierfür beten wir im Gottesdienst.

4. Ebene: geistliche Ebene/Befreiung – machen (/forcieren) wir nicht in diesen kürzeren gemeinsamen Gottesdiensten.

Wie krank muss man dafür sein? Ich würde sagen: Wenn Sie fühlen, dass Sie innerlich etwas ausbrennt, wenn Ihnen das Leben „schon immer“ sehr, sehr mühsam vorkommt und Sie immer nur mehr überdauern als froh zu leben, dann sollten Sie mal darüber nachdenken, ob das was für Sie wäre. Natürlich können Sie uns von der Seelsorge auch außerhalb dieses Gottesdienste ansprechen. Was aber und in welcher Reihenfolge es geschieht, bleibt aber in Gottes souveräner Hand.

P. Adrian Kunert SJ