Dienstag, 27. Januar 2026

Lichtmess, Darstellung des Herrn und Weihnachten

Ihnen ist ja vielleicht aufgefallen, dass bei uns der Weihnachtsschmuck in der Kapelle und davor immer noch steht. Das war in den vergangenen Jahren nicht so. Pünktlich nach dem Ende der heutigen Weihnachtszeit (Taufe Jesu) wurde der Schmuck abgebaut. Aber der Schmuck sieht so schön aus, dass wir ihn bis zum alten Ende der Weihnachtszeit stehen lassen möchten, also bis zum 2. Februar – 40 Tage nach Weihnachten.

Biblisch war das der Tag, an dem Maria und Josef Jesus mit in den Tempel genommen haben, um ihr Opfer darzubringen, ein paar junger Tauben (Zeichen, dass sie arm sind). Damit sollte der Erstgeborene Jesus ausgelöst (jede männliche Erstgeburt gehörte dem Tempel/Gott) werden und zur Reinigung der Mutter. (Letzteres hängt mit kultischen rein/unrein-Regeln zusammen, die hier zu erläutern auch zu weit führen würde.) Dieser Tempelbesuch wird als Darstellung des Herrn bezeichnet. Das ist auch der liturgische Name dieses Festes.

Da Christen in Jesus den Sohn Gottes, das Licht der Welt und den König der Könige sehen, wurde schon in antiker Zeit dieses Fest so gefeiert, wie man den Besuch des Königs feiern würde. Die Bewohner der Stadt zogen ihm mit Lichtern (Fackeln, Kerzen) entgegen und begleiteten ihn voll Freude in ihre Stadt. Das passiert in vielen Kirchen und Kapellen auch heute in kleinerer Dimension. Wir treffen uns z.B. hier im Hause am 2.2. zu Beginn der Messe um 8:00 Uhr im Eingangsbereich unserer Kapelle. Hier segnen wir die Kerzen und ziehen damit zum Altar, um zu verdeutlichen, dass wir unseren König, das Licht der Welt, begleiten und Ihm nachfolgen möchten. Diese Kerzen sind aber nicht nur für diese Feier gedacht, sondern werden auch für das restliche Jahr gebraucht, z.B. im Altarraum. Darum hieß das Fest früher auch: Lichtmess.

Der Stern von Bethlehem markierte als Licht den Beginn dieser Zeit, die Lichterprozession das Ziel unseres Heils, Jesus, das Licht der Welt.

Mittwoch, 14. Januar 2026

18. Januar Mutter Regina Protmann

Loyalität, Gehorsam, der Wille Gottes und das persönliche Gewissen


Finden wir es nicht alle gut, wenn wir uns aufeinander 100%ig verlassen können? Für viele ist die Familie so ein Ort. Zu wissen, da ist jemand da für mich, und das nicht nur, wenn der andere etwas von mir will. Nun sind Großfamilien nicht nur und nicht immer Orte des gepflegten Rückzugs und der sicheren Heimat. Gerade, wenn man aus manchen alten Familien kommt, weiß man, dass es da auch Dinge gibt, die man nicht sagt oder tut - oder die im Keller ruhn.

Und was passiert erst, wenn die Familie nach innen und außen Böses tut? Gibt es da Grenzen von Loyalität und Gehorsam? Wir kennen die alten Mafia-Familien, die neue Clan-Kriminalität... Da wird Loyalität und Gehorsam oft noch mit Gewaltandrohung „unterstützt“. Aber es muss ja nicht immer etwas Böses sein, was die Familie will. Ich kann mich entsinnen an einen Jugendlichen, dessen Vater Chefarzt war und die Mutter Stationsleitung und er sollte nach dem Willen der Eltern auch Arzt werden. Von den Leistungen her überhaupt kein Problem. Aber der Junge wollte nicht. Er wollte Tischler werden... knifflige Situation.