Freitag, 30. März 2018

Hoher Donnerstag - der wahre Gottesdienst

Gründonnerstag, 29.03.2018

Pascha oder Pessach bedeutet „Hindurchzug“. Gott kündet (in Exodus 12,1-14) in dieser Nacht an, durch Ägypten zu ziehen und das Liebste dessen zu zerstören, was Sein Volk in der Sklaverei festhält. Der Todesengel wird angekündigt und das Volk des Herrn soll feiern, weil alle verschont werden, die sich dieser Feier anschließen. Die Feier findet vor dem Ereignis statt. Es ist aber auch der „Hindurchzug“ durch das Schilfmeer. Das Meer, Ort der Angst- und todbringenden Chaosungeheuer muss sich zurückziehen und Sein Volk hindurch ziehen lassen.

In dieser Nacht (Joh 13,1-15) findet kündigt auch Jesus an, dass er, das Lamm Gottes
, hindurchziehen soll zum Vater. Auch Er sieht von dieser Seite aus nur das drohende Leid und den Tod. Alles, was Jesus in dieser Situation sagt und tut, ist ganz bewusst. Jede Silbe hat Gewicht, jede Geste Bedeutung. Er weiß, wer und was Er ist. Er weiß, wer und wie wir sind. Und Er weiß, was Er jetzt machen wird.

Bei Seinen Jüngern und bei uns ist das oft nicht so. Wenn wir etwas nicht verstehen, wollen es die einen ändern oder abschaffen, die anderen wollen einfach nur an der Form hängen bleiben. Beides ist falsch; denn die Beziehung zu Dir ist es, die zählt.

Jesus aber weiß genau, was Er will, was Er tut und was geschehen wird. Der Vater hatte Ihm alles in die Hand gelegt. Darum steht Er jetzt auf inmitten des Mahles, was bei Johannes kein Pessachmahl ist; denn das wahre Pessachmahl findet statt. Heute wird das unschuldige, fehlerfreie Lamm bezeichnet (Ex 12,3.5) und abgesondert von Seiner Herde, morgen wird es auf Golgotha geschlachtet (Ex 12,6) und die Pfosten des Holzes mit Seinem Blut getränkt, damit der Todesengel an Israel vorbeigehe und nur die Lieblinge der Götzen Ägyptens schlage (Ex 12,12). Es ist die innere Bedeutung der Eucharistie, die im Sakrament der Fußwaschung offenbar wird. Liebe Schwestern und Brüder, ich weiß nicht, ob es Ihnen schon einmal aufgefallen ist, dass während des Hochgebets der Priester, der versteht, was er tut, nicht bei den Worten „... brach es“ das Brot bricht, sondern extra an der Stelle, wo es heißt „Lamm Gottes“; denn das Brechen des Brotes im Mahl deutet an, dass es dasselbe ist, was auf Golgotha geschieht, wenn das Lamm ohne Makel für uns am Holz des Kreuzes geschlachtet, gebrochen wird. Dasselbe Opfer wird im Zentrum der Messe gegenwärtig. Es wird nicht wiederholt, es ist dasselbe, damals wie heute, was im Sakrament jeder Eucharistiefeier offenbar ist.

Und es ist bitter nötig, dass Jesus den Zwölfen erläutert, was dieses Sakrament bedeutet; denn natürlich tun wir anderes. Die Repräsentanten des neuen Israel stehen wie alle Leiter in der Gefahr, Leitung misszuverstehen als "vor sich her schubsen", wie es die absolutistischen Könige taten. Sie stehen in der Gefahr die Bibel pädagogisch zu missbrauchen, um das Volk zu erziehen und dahin zu lenken, wohin es ihrer Meinung gemäß laufen sollte. Aber die Bibel ist kein pädagogisches Handbuch. Die Bibel will nicht die anderen bekehren, sie will mich bekehren. Darum leitet der biblische Hirt durch Sein Vorbild. Und Seine Motivation allein ist die Liebe.

Jesus nimmt bei Seinem Liebesdienst niemanden aus; nicht einmal den, von dem Er weiß, dass Er Ihn gleich verraten wird. Er wäscht allen die Füße, keinem den Kopf. Sein großes Erbarmen wäscht auch alle rein, die schon gereinigt sind von Ihm, die aber immer wieder mal fallen im Alltag. Sie können kommen und sich dienen von Ihm lassen. Sie können mit ihrer Schuld kommen und in der Beichte ganz persönlich gereinigt werden. Dieses endlose Erbarmen führt viele an ihre persönlichen Grenzen.

Darum erklärt Er nach dem Liebesdienst der Fußwaschung noch einmal, was da gerade geschehen ist. Jesus sagt. Ihr nennt mich „Herr“ und ihr habt recht damit, denn ich bin es. Erkennt aber, wie meine Herrschaft aussieht. Es ist die Herrschaft durch Liebe und Dienst. Nehmt also nicht unbedingt Maß an einander, sondern am Originalmaßstab, an Mir. Aber dient nicht nur, sondern lasst zuerst auch zu, dass ihr von Mir bedient werdet. Ich diene Euch nicht, obwohl ich Gott bin. Ich diene Euch, weil ich Gott bin. Das ist hart für viele.

Es ist so wichtig, dieses Tun Gottes immer wieder an sich zu und geschehen zu lassen. Schreiten wir zur Waschung. Lassen wir zu, dass der Herr an uns handelt, damit wir von dem Geist beseelt werden, der auch Ihn geleitet hatte.

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