Donnerstag, 15. Februar 2018

Verwesentlichen


Gedanken zu Beginn der Fastenzeit 2018

Ich weiß nicht, ob Ihnen das mal passiert ist, dass Sie beim Gemüsekauf einen Beutel frischer Orangen oder auch Kartoffeln ergriffen haben, und auf einmal lief Ihnen die Suppe an der Hand entlang, weil Sie die faule Frucht nicht gesehen hatten, die sich unter all den anderen knackfrischen Teilen versteckt hatte. In der ganzen Überfülle war das Faule aber nicht

Mittwoch, 21. Juni 2017

Pfingsten – die Feier der „unbekannten“ Seite Gottes

„Der Postillon“, eine Satirezeitschrift im Internet schrieb mal über Ostern: „98% der Deutschen sind Jesus Christus total dankbar, weil sie zu Ostern (und Pfingsten) durch ihn ein langes Wochenende haben.“ Dass wir Ostern und Pfingsten noch mit einem freien Montag ehren, um diese Feste für ein damaliges Verständnis, angemessen liturgisch feiern zu können, fällt durch diese Satire natürlich besonders auf. Nun würde ich zwar meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass selbst

Dienstag, 28. März 2017

Fasten – Verzicht auf zerstörerische Ablenkung als Vorbereitung auf Ostern

Not lehrt beten – manchmal. Aber ist die Not weg, verlieren viele Menschen den Draht gleich wieder, weil sie nur ihre momentane Not wenden, aber nichts grundsätzlich an ihrer Situation ändern wollten.

Unter einem bestimmten Aspekt ist auch Fasten eine selbstgewählte Not. Bei echtem Fasten enthält man sich über eine bestimmte Zeit von Dingen die notwendig sind, lebt von der Substanz, um

Donnerstag, 23. Februar 2017

Gekauft - vom Sinn der Passio Christi

Ich habe eine Geschichte zu Ostern zugesandt bekommen, die ich sehr, sehr schön finde. Sie ist im zweiten Teil natürlich fiktiv, aber darum nicht weniger wahr.

George Thomas war Pastor in einer kleinen Ortschaft in New England. An einem Ostersonntag Morgen kam er mit einem alten, rostigen und offenen Vogelkäfig. Er stellte ihn auf den Rednerpult. Augenbrauen wurden fragend hochgezogen und als Antwort begann der Pastor zu sprechen....

"Ich bin gestern durch den Ort gegangen und sah mir einen kleinen Jungen entgegenkommen, der diesen Vogelkäfig schwang. Am Boden des Käfigs waren drei kleine wilde Vögel, zitternd vor Angst und Kälte. Ich hielt ihn an und fragte: "Was hast du da mein Sohn?"

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Hoher Besuch oder vom richtigen wahrnehmen und verstehen

„Wann haben Sie eigentlich Geburtstag?“
„… morgen.“
„Äh, ich meine das Jahr.“
Die Frage dieses scherzhaften Dialoges, den ich mal gehört habe, könnte man auch dem Jesuskind stellen. Und es ist ja auch wichtig zu wissen, wie alt das Geburtstagskind ist, dem man gratulieren kommt, sonst könnte man der Person ja etwas schenken, was sie nicht oder vielleicht noch nicht braucht und was braucht ein Neugeborenes mehr als, ja sagen wir: Gold, Weihrauch und Myrrhe?

Donnerstag, 24. März 2016

Ostern, das unverrückbare Fundament

Ostern (Pascha/Pessach) ist in Israel ursprünglich ein Frühlingsfest. Neues Leben bricht überall auf. Alles wird scheinbar gut. Was hilft mir aber schönes Wetter, wenn ich im Krankenhaus immer schwerer atmen kann – physisch als Patient oder im übertragenen Sinn, weil die Arbeitsverdichtung unerträglich erscheint? Findet Ostern auch statt, wenn ich nicht geheilt werde, wenn keine Therapie mehr greift und maximal noch palliativ etwas getan werden kann? Was, wenn selbst die Krankensalbung das Leid nicht verringert und ich am Ende gar sterbe – real oder im übertragenen Sinn? Was kann da der Glaube von "Ostern" sagen?

Mittwoch, 10. Februar 2016

Nur wer stirbt, bevor er stirbt, stirbt nicht, wenn er stirbt

Dieser paradoxe Satz von Abraham a Santa Clara, einem Wiener Barockprediger, macht einen Teil des Sinnes der Fastenzeit deutlich. Die Fastenzeit heißt eigentlich „vorösterliche Bußzeit“ und dauert 40 Tage. Wenn man sich einmal die Mühe macht nachzuzählen, entdeckt man, dass es ja 46 Tage bis Karsamstag sind. Das liegt daran, dass Sonntage, als kleine Osterfeiern, nicht zur Fastenzeit gezählt werden. „Fasten“zeit bezeichnet als Wort, einen Aspekt dessen, wie man sich vorbereitet.

Ursprünglich fastete man in der gesamten Fastenzeit. Das bestand vor allem in einer Enthaltung von Speise unter das nötige Maß (einmal sättigend am Tag und dann noch eine kleine Zwischenmahlzeit). Zusätzlich war und ist die Fastenzeit auch eine Abstinenzzeit, in der man sich bestimmter Speisen ganz enthielt – Fleisch zB. Heute gibt es in der (römisch-)katholischen Kirche nur noch zwei gebotene Fasten- und Abstinenztage: Aschermittwoch und Karfreitag.